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Solide Weiterentwicklung des operativen Geschäfts

Die BKW konnte ihr operatives Geschäft solid weiterentwickeln. Zusammen mit zwei Sondereffekten ergibt sich ein deutlich höheres Betriebsergebnis (EBITDA). Dieses beträgt 288.2 Mio. CHF und ist um 14% höher als im Vorjahr. Sowohl das Netzgeschäft wie das Energiegeschäft trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Die Sonderpositionen betreffen einerseits den Gewinn aus der Veräusserung des Übertragungsnetzes an die Swissgrid und andererseits die Rückerstattung der Kosten für Systemdienstleistungen (SDL) 2009 an verschiedene Partnerkraftwerke. Das eingeleitete Kostensenkungsprogramm wird konsequent weiterverfolgt.

Sonderfaktoren prägen Entwicklung von Betriebsergebnis und Reingewinn

Das operative Betriebsergebnis (EBITDA) erhöhte sich im Vergleich zur angepassten Vorjahresperiode um 14% auf 288.2 Mio. CHF. Diese Steigerung umfasst den Gewinn aus der Veräusserung des Übertragungsnetzes an die Swissgrid von 31.2 Mio. CHF. Zudem führt der Bundesgerichtsentscheid zu den SDL 2009 dazu, dass verschiedene Partnerwerke die von ihnen bereits bezahlten Kosten von der Swissgrid zurückerstattet erhalten, wodurch sich für die BKW eine Reduktion der Energiebeschaffungskosten ergibt. Der Anteil der BKW an dieser Kostenrückerstattung beträgt 15.4 Mio. CHF. Das Betriebsergebnis nach Abschreibungen (EBIT) erhöhte sich um 27.1 Mio. CHF auf 180.1 Mio. CHF. Negativ auf den Reingewinn wirkten die in Italien beschlossenen Änderungen der Robin Hood Tax für Gesellschaften im Energiesektor. Aus der Anpassung der latenten Steuerverbindlichkeiten an diesen neu anzuwendenden Steuersatz ergab sich eine einmalige Sonderbelastung von 26.1 Mio. CHF. Der Reingewinn reduzierte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht um 5.0% auf 103.6 Mio. CHF.

Änderungen in den Rechnungslegungsgrundsätzen und im Konsolidierungskreis

Die ungeprüfte konsolidierte Halbjahresrechnung per 30. Juni 2013 wurde in Übereinstimmung mit dem International Accounting Standard zur Zwischenberichterstattung (IAS 34) erstellt. Im Geschäftsjahr 2013 sind verschiedene IFRS-Änderungen in Kraft getreten, die zu einer Anpassung der Vorjahreszahlen geführt haben:

Die Anwendung von IFRS 11 «Joint Arrangements» führte dazu, dass zwei bisher mittels der Equity-Methode erfasste Beteiligungen neu quotenkonsolidiert und somit mit ihren anteiligen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie anteiligen Erträgen und Aufwendungen in die Konzernrechnung einbezogen werden. Diese Änderung beeinflusst das operative Betriebsergebnis, nicht aber den Reingewinn.

Der überarbeitete IAS 19 «Employee Benefits» enthält verschiedene bedeutende Neuerungen, die sich in einer höheren Volatilität der Personalvorsorgeguthaben/-verpflichtungen und des konsolidierten Eigenkapitals auswirken. Das Eigenkapital per 31. Dezember 2012 reduzierte sich dadurch um 246.8 Mio. CHF. Anstelle des bisher ausgewiesenen Guthabens aus Vorsorgeplänen wird neu eine Personalvorsorgeverbindlichkeit ausgewiesen.

Zudem wurde der bilanzielle Ausweis von Emissionsrechten und Grünzertifikaten geändert: Die Zertifikate werden nicht mehr im immateriellen Anlagevermögen, sondern neu in den Vorräten ausgewiesen. Die Änderung betrifft nur den Ausweis der Zertifikate, nicht aber ihre Bewertung.

Im Konsolidierungskreis der BKW-Gruppe gab es im ersten Halbjahr 2013 einen wesentlichen Zugang: In Italien wurde der Windpark Castellaneta mit einer Gesamtleistung von 56 MW erworben.

Energie Schweiz: Leichte Steigerung im Vertriebsgeschäft, Rückgang des Betriebsergebnisses

Beim Geschäftssegment Energie Schweiz reduzierte sich die Gesamtleistung um 5.4% auf 1'041.9 Mio. CHF. Der Nettoumsatz mit externen Kunden, das Vertriebsgeschäft, erhöhte sich leicht um 0.7% auf 558.3 Mio. CHF. Tiefere durchschnittliche Vertriebspreise wurden durch eine höhere Absatzmenge kompensiert. Der Nettoumsatz mit anderen Segmenten reduzierte sich preisbedingt deutlich um 13.1% auf 446.0 Mio. CHF. Die Energiebeschaffung lag mit 184.5 Mio. CHF um 0.2 Mio. CHF über dem Vorjahreswert und beinhaltet einen Sondereffekt von 15.4 Mio. CHF. Das Bundesgericht hatte im ersten Halbjahr 2013 entschieden, dass die Swissgrid verschiedenen Partnerkraftwerken die belasteten Kosten für Systemdienstleistungen 2009 zurückerstatten muss. Diese Partnerkraftwerke weisen damit im Geschäftsjahr 2013 tiefere Kosten aus, was für die Aktionäre zu tieferen Energiebeschaffungskosten führt. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich deutlich um 28.5% auf 73.3 Mio. CHF.

Energie International und Handel: Positives Betriebsergebnis in unverändert schwierigem Marktumfeld

Das Geschäftssegment Energie International und Handel erzielte eine Gesamtleistung von 1'004.2 Mio. CHF und liegt damit 6.2% unter dem Vorjahreswert. Der Nettoumsatz mit externen Kunden reduzierte sich um 2.4% auf 641.1 Mio. CHF. Dies ist insbesondere auf das Vertriebsgeschäft in Italien zurückzuführen, dessen Umsatz mit 76.5 Mio. CHF um 26.9% infolge der reduzierten Opportunitäten im Ausgleichsenergiemarkt unter den Werten des Vorjahres lag. Im Handel reduzierte sich die Elektrizitätsabgabe um 10.1% auf 409.3 Mio. CHF. Der Erfolg aus Energieeigenhandel erhöhte sich im Vorjahresvergleich marktbedingt um 0.4 Mio. CHF, der Erfolg aus Energieabsicherung um 17.3 Mio. CHF.

Der Nettoumsatz mit anderen Segmenten verminderte sich preisbedingt um 12.4% auf 357.1 Mio. CHF. Analog verminderten sich die Energiebeschaffungskosten von anderen Segmenten um 64.6 Mio. CHF auf 438.2 Mio. CHF. Das Betriebsergebnis (EBIT) verzeichnete eine deutliche Steigerung um 31.8 Mio. CHF auf 17.1 Mio. CHF.

Netze: Solides Betriebsergebnis mit Sondereffekt

Das Geschäftssegment Netze steigerte die Gesamtleistung um 35.9 Mio. CHF auf 372.9 Mio. CHF. Dies insbesondere infolge des Gewinns aus der Veräusserung des Übertragungsnetzes an die Swissgrid von 31.2 Mio. CHF. Der Nettoumsatz mit externen Kunden blieb erfreulich stabil und betrug 96.3 Mio. CHF (Vorjahr 98.7 Mio. CHF). Damit konnte der Wegfall von operativen Erträgen aufgrund der Veräusserung des Übertragungsnetzes durch eine Steigerung von Bau-/Ingenieurleistungen und den Ausbau im Elektroinstallationsgeschäft praktisch kompensiert werden. Der Nettoumsatz mit anderen Segmenten erhöhte sich ebenfalls leicht auf 215.0 Mio. CHF. Dies insbesondere aufgrund einer leicht höheren Durchleitungsmenge, bedingt durch die tiefen Durchschnittstemperaturen zu Jahresbeginn. Der Aussenumsatz für die Netznutzung wird zum grössten Teil durch Energie Schweiz fakturiert und bei den Netzen als Innenumsatz ausgewiesen. Aus diesem Grund fällt der konzernexterne Umsatz der Netze nur gering aus. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg infolge des Sondereffekts aus dem Übertragungsnetz um 51.1% auf 95.5 Mio. CHF. Auch ohne diesen Sondereffekt wurde eine Steigerung des EBIT erzielt.

Höheres Betriebsergebnis und belasteter Reingewinn

Der Aufwand für die Energiebeschaffung betrug in der Berichtsperiode 686.7 Mio. CHF. Diese Abnahme von 5.6% gegenüber den Kosten der Vorperiode ergab sich durch tiefere Bezugsmengen und wurde zusätzlich durch den Sondereffekt aus der Rückerstattung von bezahlten Kosten für Systemdienstleistungen an verschiedene Partnerwerke beeinflusst.

Der Personalaufwand nahm um 10.9 Mio. CHF auf 189.6 Mio. CHF zu. Grund für diese Zunahme ist einerseits ein gemäss Strategie durchgeführter Personalaufbau im Dienstleistungsbereich. Andererseits führten die neuen Rechnungslegungsvorschriften zur Personalvorsorge zu einem erhöhten Aufwand. Die Zunahme des Personalaufwands wurde durch Personalmassnahmen im Zusammenhang mit dem Kostensenkungsprogramm gemindert. Die Aufwendungen für Material- und Fremdleistungen erhöhten sich insbesondere aufgrund höherer Aufwendungen für Betrieb und Instandhaltung für Kraftwerke um 9.1 Mio. CHF auf 111.7 Mio. CHF. Der übrige Betriebsaufwand nahm vornehmlich wegen höherer Aufwendungen für Abgaben und Gebühren sowie wegen einmaliger Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anpassung der Organisationsstruktur um 5.9 Mio. CHF auf 112.7 Mio. CHF zu.

Der Abschreibungsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8.2 Mio. CHF auf 108.1 Mio. CHF erhöht. Diese Erhöhung ist vornehmlich auf den höheren Bestand an Kraftwerksanlagen infolge Erwerb und Fertigstellung zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte um 17.7% auf 180.1 Mio. CHF gesteigert werden. Sowohl das Energiegeschäft als auch das Ergebnis aus Netzdienstleistungen (Service- und Infrastrukturgeschäft) verzeichneten in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld gesamthaft eine leichte EBIT-Steigerung.

Das Finanzergebnis war gegenüber der Vorjahresperiode rückläufig. Die Reduktion um 8.7 Mio. CHF auf – 30.8 Mio. CHF ist vornehmlich auf die im Vorjahresvergleich weniger starke Entwicklung des Kapitalmarkts mit entsprechenden Auswirkungen auf die Erträge der zu Marktwerten bilanzierten Wertschriften in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds sowie der Wertschriftendepots zurückzuführen. Die staatlichen Fonds erzielten im ersten Semester 2013 einen Gewinn von 22.1 Mio. CHF, lagen damit aber um 8.0 Mio. CHF unter den Gewinnen der Vorjahresperiode.

Der Ertragssteueraufwand erhöhte sich bedingt um einen Sondereffekt markant um 27.6 Mio. CHF auf 52.8 Mio. CHF. Dieser Sondereffekt ergab sich aufgrund der Anpassung des Steuersatzes für italienische Gesellschaften im Energiesektor (Robin Hood Tax). Die beschlossene Gesetzesänderung in Italien führte per 30. Juni 2013 zu einer Anpassung der latenten Steuerverbindlichkeiten um 26.1 Mio. CHF. Der Reingewinn der BKW reduzierte sich im Vergleich zum angepassten Vorjahr von 109.1 Mio. CHF auf 103.6 Mio. CHF. Dies entspricht einer Abnahme von 5.0%.

Höhere Bilanzsumme und stabile Eigenkapitalquote

Bilanzsumme und Eigenkapitalquote sind massgeblich durch die rückwirkend anzuwendenden Änderungen in den Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS geprägt. Das Eigenkapital per 31. Dezember 2012 reduzierte sich durch die neuen Bestimmungen betreffend die Bilanzierung von Personalvorsorgeverpflichtungen um 246.8 Mio. CHF, was auch einen entsprechenden Effekt auf die Eigenkapitalquote hatte.

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem angepassten Vorjahr um 351.8 Mio. CHF auf 7'690.2 Mio. CHF leicht gestiegen. Gegenüber Ende 2012 beträgt die Zunahme 4.8%. Das Anlagevermögen hat insbesondere infolge des Erwerbs des Windparks Castellaneta, der Wertzunahme der staatlichen Fonds für Stilllegung und Entsorgung sowie des Darlehens an Swissgrid um 9.8% zugenommen. Auf der Passivseite nahmen die langfristigen Rückstellungen für die nukleare Entsorgung und die latenten Steuerverbindlichkeiten zu, während sich die Personalvorsorgeverbindlichkeiten gemäss IAS 19 per 30. Juni 2013 deutlich reduzierten. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber Ende 2012 um 6.1% auf 2'628.7 Mio. CHF. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich leicht von 33.7% auf 34.2%.

Die Finanzierungssituation der BKW präsentiert sich unverändert solid. Die erste Refinanzierung der ausstehenden Anleihen ist erst 2018 fällig. Der im Oktober 2011 abgeschlossene Konsortialkredit in der Höhe von 300 Mio. CHF ist nach wie vor unbenutzt. Der Finanzierungsrahmen zur Stärkung der Liquiditätsreserven besteht somit unverändert.

Höherer Geldzufluss aus betrieblicher Tätigkeit

Der Geldzufluss aus betrieblicher Tätigkeit lag mit 205.5 Mio. CHF um 38.3 Mio. CHF über dem Vergleichswert der angepassten Vorjahresperiode. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf die Veränderung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen.

Aus Investitionen in das Anlagevermögen resultierte ein Geldabfluss von 328.0 Mio. CHF. Die bedeutendste Investition stellt dabei der Erwerb des Windparks Castellaneta dar. Zudem wurden flüssige Mittel in der Höhe von rund 100 Mio. CHF in Termingeldanlagen mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen angelegt. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit reduzierte sich insbesondere infolge der im Vorjahr vorgenommenen Rückzahlung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 39.1 Mio. CHF auf 41.8 Mio. CHF.